Die ungesehenen Welten
Die Welt der Ursachen – Ursprung von Charisma und Ausstrahlung
Sander Funneman, 42 Jahre, ist Leiter der Template Foundation,
Niederlande. Schwerpunkt seiner Arbeit sind die Bereiche Bildung und persönliches
Wachstum. Vor kurzem erschien sein Buch mit dem Titel „The unseen worlds“
(Die ungesehenen Welten). Das Buch vermittelt eine einfache und doch tiefgreifende
Einführung in eine Welt, die wir meist nicht unmittelbar wahrnehmen können,
die unsichtbare Dimension des Lebens. Dazu gehören z. B. der große
Einfluss elektromagnetischer Strahlungen auf das menschliche Leben und dessen
Umwelt. TOPAZ führte ein Gespräch mit Sander Funneman über seine
Arbeit und sein Buch.
Topaz: Sie sagen, dass die ungesehenen Welten, über die Sie schreiben,
Teil einer anderen, noch nicht entdeckten oder allgemein bekannten Wahrnehmungsebene
sind. Wie können wir einen Zugang zu diesen Wirklichkeiten finden?
„Man muß differenzieren: Diese Welten sind ungesehen, aber nicht
unsichtbar. Ein gutes Beispiel für das Verhältnis der ungesehenen
Welt zur sichtbaren Welt ist das Sehen selbst. Ungefähr 70% aller Rezeptoren
des Körpers befinden sich in den Augen. Die Augen sind in der Lage, 10
Millionen unterschiedliche Farbnuancen wahrzunehmen - und wenn man dann noch
in Betracht zieht, dass das Licht sich mit einer Geschwindigkeit von 300.000
km pro Sekunde bewegt, kann man nur staunen, wie die Augen bei dieser unglaublichen
Geschwindigkeit überhaupt funktionieren und etwas sehen, unterscheiden
und aufnehmen können. Was sehen die Augen in einem „Augen-Blick“,
das wir nicht sehen? Wir können uns die große Vielfalt an Formen,
Farben, Bewegungen und anderen Eindrücken, die das Auge für uns wahrnimmt,
kaum vorstellen.
Um die ungesehenen Welten kennenzulernen, sie zu erfahren, reicht es nicht aus,
wissenschaftliche Fakten zu sammeln. Wichtige Einblicke gewinnen wir auch durch
Erzählungen, Versuche und verschiedenartige Forschungsberichte, und es
empfiehlt sich, eigene Studien und Experimente zu betreiben. Auch der Besuch
besonderer Orte oder Gegenden auf der Erde, wie z. B. Cornwall oder Ägypten,
ist sehr hilfreich, denn dort kann man gut wichtige Aspekte dieser ungesehenen
Welten untersuchen und am eigenen Leib erfahren.
Ist Ihnen schon einmal aufgefallen, dass kleine Kinder manchmal in die Luft
starren oder zeigen, als ob sie etwas betrachten, das wir nicht sehen können?
Sehen Kinder etwas anderes? Bei 160 Millionen Rezeptoren liegt es schließlich
im Bereich des Vorstellbaren, dass viele Dinge, die das menschliche Auge wahrnimmt,
unterhalb einer gewissen Bewusstseinsschwelle bleiben.“
Topaz: Was könnte Ihrer Meinung nach diese Bewusstseinsschwelle
sein, von der Sie sprechen? Ist es eine natürliche Schwelle oder eine Barriere,
die sich durch die Art, wie man lebt, bildet?
„Ich glaube, die ungesehenen Welten sind ein riesiger Bereich, unendlich
größer als unsere physische oder sichtbare Welt. Und gerade diese
unsichtbaren Dimensionen des Lebens werden meist ignoriert und nicht verstanden,
heutige Kindererziehung kommt gänzlich ohne sie aus. Alle Aspekte unseres
Lebens haben hier ihren Ursprung und hier entstehen Gefühlszustände
wie Glück, Aufregung, Trauer oder Freude. Hier kann man Antworten auf wichtige
Fragen finden: Warum z.B. ist es für ein Liebespaar oft so wichtig, dieselben
Dinge - Filme, Bücher oder Musik - zu lieben, die gleichen Urlaubsziele
zu bevorzugen, denselben Geschmack für Kleidung oder Mode zu entwickeln
etc.
Wenn man sich mit diesen Dimensionen der Wirklichkeit auseinandersetzt, kann
sich ein tieferes Verständnis für den Orientierungssinn der Vögel
einstellen oder dafür, dass Kinder, die sich regelmäßig berühren,
untereinander weniger gewalttätig sind, wie in einer kürzlich durchgeführten
Untersuchung zu lesen ist. In diesen ungesehenen Bereiche unseres Daseins können
sich Antworten auf die Fragen finden, warum nur 10% unseres Gehirns aktiv sind
und was die restlichen 90% für einen Zweck haben könnten; inzwischen
gibt es von wissenschaftlicher Seite immer mehr Hinweise darauf, dass diese
Teile unseres Gehirns dazu dienen, Intuition, Kreativität und die spirituellen
Aspekte des Lebens zu entwickeln.
Alles nimmt im nicht Sichtbaren seinen Anfang - ein Lächeln, Tränen,
eine Stimmung, eine neue Idee, Hoffnung, Aufmerksamkeit, Fröhlichkeit,
Humor,... - einfach alles. Wenn wir diese verborgene Welt sichtbar machen könnten,
so würden wir sehen, dass jeder Gedanke und jedes Gefühl entweder
Anziehung oder Abstoßung bewirken und dass jede Bewegung und jeder Klang
entweder etwas aussenden oder etwas empfangen. Die Qualität unserer Gedanken
und Gefühle beeinflusst unser Leben. Für den einen mag Regen etwas
Romantisches darstellen, für jemand anderes ist er vielleicht ein ständiger
Ärger, weil er seine Sportaktivitäten im Freien einschränkt,
und ein Dritter mag Regen als einen Segen für die Erde wahrnehmen. Die
Beschaffenheit und die Entwicklungg unserer inneren Empfindungen und Prozesse
ist allerdings nicht wahrnehmbar für andere. Woher kommen eine plötzliche
Inspiration, eine Vision oder ein Kreativitätsschub? Man lernt die ungesehenen
Einflüsse viel besser kennen, wenn man den Ursprung der Dinge erkundet,
und dabei überschreitet unser Verstand die Schwelle allgemein gängiger
Wahrnehmung. Aber man muss praktische Beispiele sammeln, die leicht verständlich
sind, wenn das ganze Konzept mehr als nur theoretisch oder abgehoben erscheinen
soll.“
Topaz: Ich kann mir immer noch schwer vorstellen, was die ungesehenen
Welten wirklich sind. Was ist denn so ungesehen an der Welt, die uns umgibt
- sagen wir an Pflanzen, Bäumen und Tieren?
„Jeder,
der sich ernsthaft damit beschäftigt und etwas Erfahrung gesammelt hat,
kann davon berichten, wie schwierig es ist, eine adäquate Übersetzung
der Erfahrung in die Linearität unserer Sprache zu finden.
Vielleicht hilft die folgende Erklärung: Die Erde ist von einem elektromagnetischen
Feld umgeben, das in Frequenzen schwingt, die im Schnitt bei 7,85 Hz liegen
- das entspricht dem Frequenzbereich gewisser Gehirnaktivitäten des Menschen.
Deshalb kann sich unser Gehirn auf eine Wellenlänge mit unserer Erde einstimmen.
Die Erde ist wie ein riesiger Magnet, der Magnetfelder erzeugt, die weit ins
All reichen. Alle Lebewesen auf der Erde richten sich - bewusst oder unbewusst
- nach diesem Magnetfeld. Die Flugbahnen der Vögel sind beispielsweise
von diesem Magnetfeld abhängig und wenn es schwankt, geraten die Vögel
durcheinander. Auch Fische sind auf diese ungesehenen Strömungen des Planeten
angewiesen.
Dann gibt es die Strahlungen geladener Partikel von der Sonne, die intensiv
auf das Magnetfeld der Erde einwirken. Sehen kann man diese Strahlung im einzigartigen
und wunderschönen Schauspiel der Aurora Borealis (siehe Titelfoto –A.d.R.)
- auch Nordlicht genannt - um den magnetischen Nordpol und der Aurora Australis
um den magnetischen Südpol der Erde. Magnetfelder sind ein Teil des Lebens
und durchdringen die Organe und Gewebe aller lebenden Organismen. Die ungesehenen
Welten durchdringen alles und sind in allem lebendig, und mit etwas Übung
kann man ihre Einflüsse besser wahrnehmen, man kann sie spüren, schmecken,
riechen, hören und sehen. In unseren Workshops können die meisten
Teilnehmer durch einfache Techniken meist schon beim ersten Mal die verschiedenen
Ebenen der menschlichen Aura spüren.“
Topaz: Warum ist es wichtig, über das elektromagnetische Feld
der Erde Bescheid zu wissen oder darüber, wie sich Tiere danach richten?
„Im
Jahre 1975 entdeckten zwei amerikanische Wissenschaftler, dass sich Mikroben
auf den magnetischen Feldlinien der Erde bewegen. In ihrem Körper befinden
sich kleine magnetische Kristalle, die sie dazu befähigen, sich auf diesen
magnetischen Linien fortzubewegen. Die Forscher fanden heraus, dass es zwei
Arten von Bakterien gibt: Die einen orientieren sich in Richtung Südpol
und die anderen in Richtung Nordpol. Seitdem fand man ähnliche magnetische
Kristalle auch in zahlreichen anderen Tieren: in Fischen, Vögeln, Insekten
und Säugetieren. Mittlerweile wurden zahlreiche Artikel in Magazinen veröffentlicht
und Bücher über die Art und Weise geschrieben, wie sich die Tierwelt
entlang der geomagnetischen Linien in der Luft, im Wasser und auf dem Land bewegt.
Wir können annehmen, dass auch der Mensch von diesen Linien beträchtlich
beeinflusst wird.
Sie
können das ganz einfach selber testen, indem Sie Ihr Bett in eine andere
Richtung drehen, um festzustellen, ob und welche Auswirkungen es hat, wenn man
beispielsweise mit dem Kopf nach Norden schläft. Vielleicht lindert es
Schlaflosigkeit. Aber Sie finden das nur heraus, wenn Sie es ausprobieren. Aus
meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass sich die Lebensqualität sehr
verbessert, wenn man sich bemüht, die ungesehenen Einflüsse, die auf
unser Leben wirken, besser zu verstehen. Wir haben im Template Netzwerk eine
ausgezeichnete und effektive Bewegungstechnik entwickelt, die wir „Electrobics“
nennen. Dabei handelt es sich um Übungen zur Reinigung und Ausbalancierung
der Aura und anderer elektromagnetischer Systeme des Menschen, um Blockaden
zu entfernen und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern. Diese Übungen
wirken außerordentlich gut, und die Ergebnisse sprechen für sich
selbst.
Nehmen wir beispielsweise Charisma. Charisma kann man nicht sehen, und doch
kann fast jeder wahrnehmen, ob eine Person Charisma und Ausstrahlung besitzt.
Und so gibt es viele andere Erscheinungen, die nicht physikalisch messbar sind,
wie Liebe oder Freundschaft, und doch weiß jeder, dass sie existieren
und einen gewaltigen Einfluss auf uns alle haben. Und was wäre die Welt
ohne sie?
75% der gesamten Weltbevölkerung glaubt an einen Gott. Ist Gott nicht Bestandteil
der ungesehenen Welten, - vielleicht der wichtigste? Bedeutet das nicht auch,
dass drei Viertel der Weltbevölkerung an die ungesehenen Welten glaubt?“
Das Interview führte Josina Keuskamp van Schaik, Leiden.
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