Templates in Musik
Beitrag: Katrin Waldraff-Deichert, Deutschland.
Der Welt der Musik und des Klangs kann man sich sowohl auf analytische, gedankliche
Art als auch auf intuitive, fühlende Weise nähern. Zunächst scheinen
diese beiden Herangehensweisen so gegensätzlich zu sein wie hart und weich,
stark und schwach oder Tag und Nacht. Musik lässt erfahren, wie diese beiden
Welt zusammengehören, einander unterstützen und auch auf das Leben
übertragen werden können - und so das Leben zu einer einzigartigen
Erfahrung machen. Ein hervorragendes Beispiel hierfür ist die Musik eines
Genies wie Bach. Sie ist einerseits erstaunlich mathematisch aufgebaut und bewirkt
außerdem sehr hohe und feine Gefühle.
Wenn man die Template-Arbeit auf die musikalische Praxis anwendet, werden diese
beiden Herangehensweisen kombiniert, was alle Teile im Körper gleichzeitig
anspricht und fördert. Eine wichtige Grundlage bei dieser Musik ist die
Erforschung natürlicher Grundmuster und Abläufe. Man erhält Bezüge
und Einblicke in die verschiedenen Musikrichtungen und kann Kompositionen ganz
anderer Art liefern, beispielsweise zu den vier Elementen oder zu einem Ort
in der Natur. Und es ist wirklich verblüffend, was für Musik spontan,
live und vom Fleck weg intuitiv und frei entstehen kann, wenn eine einladende
und förderliche Umgebung geschaffen wird. Das Wichtige dabei ist: Jeder
Versuch zählt gleich: Ein Gefühl mit ein paar Noten auf einem Wiedergabegerät
auszudrücken bis hin zum professionellen Komponieren einer Symphonie.
Die Werke von Volkmar Studtrucker entstanden auf der Grundlage natürlicher
Templates, aus seinem musikalischen Können und aus persönlicher intuitiver
Inspiration heraus. Die „Gesänge für den Pilger” drehen
sich um sieben Stadien menschlicher Entwicklung, die „Sinfonia Del Diletto”
bewirkt ein Wohlgefühl auf einer hohen Ebene und in dem bis jetzt noch
ungehörten Stück „Die Europasymphonie” werden einige der
besten Qualitäten verschiedener europäischer Nationen durch Orchester,
Chor und Sologesang ausgedrückt. Auszüge dieser neuen Symphonie werden
im Moment in einem Projekt des Template Netzwerks im Westerwald geprobt und
eine öffentliche Aufführung ist gegen Ende des Jahres geplant.
Rat und Fürsorge für Sterbende
Beitrag von Judith Pocock, Wales (GB)
Die Ruby Care Foundation ist eine gemeinnützige Organisation mit Hauptsitz
in Wales in Großbritannien und Mitarbeitern in vielen Ländern. Sie
entstand aus einem tiefen Mitgefühl für Todkranke, Sterbende und Hinterbliebene.
Die Mitglieder der Ruby Care Foundation wollen Menschen, die dem Tode nahe sind,
mentale, emotionale und spirituelle Unterstützung, Fürsorge und Rat
zukommen lassen und so viel Zeit mit ihnen verbringen, wie wirklich benötigt
wird, manchmal Monate, um ihnen, ihren Familien und Freunden zu helfen, das,
was passiert, zu akzeptieren, und Stress, Angst und Sorgen zu mildern.
So arbeitet die Ruby Care Foundation an einer neuen Template des Umgangs mit
Sterbenden, die entgegen allen herrschenden Tabus und Ängsten ausgeglichene
innere Ruhe, natürliches Akzeptieren und Frieden schenken kann. Wer mit
todkranken Menschen Umgang hat, weiß, dass sie oft ein dringendes Bedürfnis
haben, ihre Angelegenheiten „aufzuräumen” und alles, was Schwierigkeiten
machen könnte, zu regeln und auszusortieren. Bei manchen Menschen kann
das schwierig sein, wenn lebenslang tiefsitzende Traumen jetzt nach Lösung
drängen.
Die Zeit der Trauer kann sehr trostlos und einsam sein. Harmonien sind durch
vielfältigen Verlust zerbrochen, Geist und Körper dadurch sehr belastet
und oft brauchen die Hinterbliebenen dringend die Unterstützung von Fachkräften,
die sie durch einen natürlichen Heilungsprozess führen. Sterben kann
eine friedliche und schöne Zeit sein, sogar wenn es von körperlichem
Schmerz begleitet ist, der gut bewältigt werden kann; ähnlich können
und müssen emotionale und seelische Schmerzen gelindert und beseitigt werden.
Alle in diese Arbeit Eingebundenen empfinden es als Privileg und Ehre, Menschen
in dieser Zeit als „Sterbebegleiter” lindernd und ermutigend helfen
zu dürfen, ähnlich „Hebammen”, und später denen zu
helfen, die trauernd zurückbleiben.
„...Nichts stirbt, das nicht gereinigt worden ist...“
Und wir sind stolz, beistehen zu dürfen in diesem reinigenden Übergang
in ein vielleicht anderes Leben anderswo.
Lebendiges Geschichtenerzählen
Der „Ring of Turquoise” (Der Türkise Ring) ist ein internationales
Netzwerk von Geschichtenerzählern, das von Ifat und Rami Zor 1995 in Israel
ins Leben gerufen worden ist. Dieses Netzwerk will natürliche Kommunikation
durch die Kunst des Geschichtenerzählens anregen und fördern und versucht
durch seine Arbeit eine entsprechende Template zu entwickeln.
Mike und Marlies Woudstra (NL) sowie Klaus und Monika Zottmann (D) sind Pioniere
im Geschichtenerzählen: „Man kann sagen, dass der Geschichtenerzähler
ein Historiker ist, der aus der kollektiv gespeicherten menschlichen Erfahrung
das Beste und Wertvollste hervorholt, diese Vitamine bewahrt und an die nächste
Generation weitergibt als Erbe für die Zukunft. Aus einer anderen Perspektive
erscheint der Geschichtenerzähler als Mittler zwischen dem, was ist, und
dem, was, noch ungeschehen, in den Vorstellungen der Menschen sich ankündigt.”
Lesen Sie mehr dazu in Topaz 5, Interview mit
dem Ring of Turquoise, Niederlande.
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